Frauen als Gründerinnen

Viele Freiberuflerinnen, kaum Start-ups
5
Jun

Frauen als Gründerinnen – Viele Freiberuflerinnen, kaum Start-ups

Frauen sind unter den Gründern nach wie vor in der Minderheit. Von 2014 auf 2015 ist zwar laut „Deutscher Start-up Monitor“ ein leichter Anstieg der Gründerinnenzahl zu erkennen – von 10,7 Prozent aller deutschen Start-up Gründungen auf 13 Prozent – doch von einem Trend lässt sich auf dieser Basis kaum sprechen.

Auch die „bundesweite gründerinnenagentur“ verzeichnet bei den Gewerbeanmeldungen in der IKT-Branche nur 16 Prozent Gründungen durch Frauen. Die Gründe für die Zurückhaltung der Frauen sind Gegenstand aktueller Untersuchungen. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn zeigt dabei, dass ein Kinderwunsch oder eine Elternzeitunterbrechung der Erwerbsbiographie dabei keinen negativen Einfluss auf das Gründungsverhalten von Frauen haben.

Ganz anders sieht es aus, wenn man die Zahl der Existenzgründungen durch freiberufliche Tätigkeit betrachtet. So weist der Gründungsmonitor der KfW für das Jahr 2014 in diesem Bereich 56 Prozent Existenzgründungen durch Frauen aus.

Zu den Freiberufen zählen publizistische Tätigkeiten, beratende und begutachtende Berufe sowie Medizinische Assistenz- und Heilberufe – die meisten setzen eine akademische Bildung voraus. Diese Zahl zeigt: Frauen schrecken nicht vor der Selbstständigkeit zurück.

Vielmehr scheint eine Form der Geschlechtertrennung bei der Gründung vorzuliegen – Frauen machen sich eher als Journalistin selbstständig, Männer gründen Technik-affine Start-ups. Die wachsende Zahl der MINT-Studentinnen nährt die Hoffnung, diese Trennung in Zukunft aufzuweichen.

Der Unternehmensgeist und der Mut von selbstständigen Frauen muss weiter gefördert werden, um den Anteil weiblicher Gründerinnen kontinuierlich ausbauen zu können. Der „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ und der Fempreneur Summit wollen Frauen dazu motivieren, den Schritt zur eigenen Gründung zu wagen und sind deshalb eine Partnerschaft eingegangen.

Durch die gegenseitige Unterstützung und den beidseitigen Austausch sollen bestehende Netzwerke ausgebaut und Gründungsinteressierten gezielt geholfen werden. Am 9. Juni 2016 erzählen Gründerinnen auf dem Fempreneur Summit in Berlin von ihren eigenen Erfahrungen und geben hilfreiche Tipps an die Teilnehmerinnnen weiter.

Auch der „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ hat sich zur Aufgabe gemacht Frauen in der Start-up Szene durch Coachings und Workshops innerhalb des eigenen Expertennetzwerks zu unterstützen.

Leave a Reply

Translate »